Plastiktüten – Material und Herstellung

Praktisch und robust sind Plastiktüten eine der am häufigsten genutzten Kunststoffverpackungen. Besonders in den Supermärkten findet die Plastiktüte als Einkaufstüte immer wieder gern Verwendung. Seit Langem versuchen Umweltschützer vergeblich den ausgiebigen Gebrauch der Plastiktüte zu verringern. Doch ist die Plastiktüte wirklich so ein großes Umweltproblem? Aus welchem Material bestehen die Tüten eigentlich? Und wie sieht es mit ihrer Ökobilanz wirklich aus?

Kunststoff und Plastik – ein und dasselbe?

Plastiktüten (auch Kunststofftüten oder Kunststofftragetaschen) bestehen natürlich aus Plastik, genauer gesagt, aus einem ganz bestimmten Kunststoff-Material. Denn Plastik und Kunststoff ist nicht per se das gleiche. Kunststoffe werden zumeist aus fossilem Erdöl hergestellt. Da Erdöl leicht zugänglich und vergleichsweise energieeffizient und kostengünstig zu bearbeiten ist, werden jährlich 300 Millionen Tonnen verbraucht. Die Kunststoffvariante, die für die Herstellung einer handelsüblichen Plastiktüte am häufigsten verwendet wird, ist Polyethylen (PE).

Das PE wird aufgrund seiner vorteilhaften Eigenschaften benutzt:

  • Härte
  • Bruch- und Reißfestigkeit
  • chemische Beständigkeit
  • Formbarkeit
  • Elastizität

Polyethylen kommt in verschiedenen Kunststofftagetaschen in drei Formen vor: HDPE (High-Density PE) bei den härteren Plastiktüten, z.B. Hemdchenbeutel oder Hemdchentaschen, sowie für herkömmliche Tüten und Verpackungsfolien LPPE (Low-Density PE) und LLDPE (Linear-Low-Density PE).

Das Material Polyethylen gilt als umweltschädlich, da es einerseits es aus einem endlichen Rohstoff gewonnen wird und andererseits weil Abbau und Zersetzung der Plastiktüten bis zu 500 Jahre dauern kann. Welche Auswirkungen diese Fakten auf die Umwelt haben und was man im Umgang mit den Tüten verbessern kann, erklären wir im Folgenden gern.

Zahlen und Fakten zu den Umweltauswirkungen

Plastiktüten werden also aus dem Material Polyethylen gefertigt, der aus Erdöl gewonnen wird. Aber wie wirken sich nun die Produktion und der Verbrauch von solchen Kunststofftaschen auf die Umwelt aus? Gibt es umweltfreundliche Alternativen zu Plastiktüten, zum Beispiel Stofftaschen oder Papiertüten? Was kann man bei der Nutzung von Plastiktüten beachten, sind Einweg- oder Mehrwegtaschen die richtige Wahl?

Um diese Fragen zu beantworten, müssen 5 Faktoren beachtet werden:

  • verwendete Rohstoffe
  • Verbrauch von Energie und Ressourcen bei der Produktion
  • Gewicht des Endprodukts
  • Energie- und Ressourcenverbrauch bei der Entsorgung
  • Nutzung, Wiederverwertung

Was viele kaum glauben: Das Herstellen einer Kunststofftragetasche ist im Vergleich zur Erzeugung einer Papiertüte oder Baumwolltragetasche energiesparend und emmissionsärmer. Das Problem ist vielmehr, dass die Plastiktüten oft als Einwegtüten benutzt werden, wodurch Unmengen an unnötigem Plastikmüll entstehen, da diese noch zu selten recycelt werden.

Der durchschnittliche Verbrauch von Plastiktüten sah im Jahr 2010 folgendermaßen aus:

verbrauch_plastiktueten

(Quelle: BIO Intelligence Service (2011): Assessment of the impacts of options to reduce the use of single-use plastic carrier bags, Final Report prepared for the European Commission – DG Environment)

Die DUH (Deutsche Umwelthilfe) sowie das Umweltbundesamt empfehlen daher Plastiktüten möglichst recycelt und nicht aus Neumaterial zu kaufen und/oder diese anschließend als Mehrwegtüte zu verwenden. Diese Mehrwegtragetaschen werden lange gebraucht und so landet weniger Plastik auf den Mülldeponien. Auch Jutebeutel und Baumwolltragetaschen sind als Mehrweg-Variante eine gute Wahl. Von Bioplastiktüten, die angeblich 100% biologisch abbaubar sind, sollte man allerdings die Finger lassen. Auch diese bestehen meist zu zwei Dritteln aus Erdöl.

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